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Das taktile System – Warum Berührungen so wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes sind

Schon bevor ein Baby geboren wird, beginnt es, seine Umwelt über Berührungen wahrzunehmen.

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Kind ertastet eine Oberfläche mit der Hand

Berührung ist die erste Sprache, mit der ein Kind die Welt kennenlernt.

Schon bevor ein Baby geboren wird, beginnt es, seine Umwelt über Berührungen wahrzunehmen.

Der Tastsinn ist das erste Sinnessystem, das sich entwickelt, und begleitet uns ein Leben lang. Noch bevor ein Kind sprechen oder laufen kann, sammelt es unzählige Erfahrungen über seine Haut.

Jede Umarmung, jede sanfte Berührung, jedes Krabbeln über den Boden und jedes Greifen nach einem Spielzeug liefert dem Gehirn wichtige Informationen über die Umwelt.

Der Tastsinn ist deshalb weit mehr als nur das Fühlen von Berührungen. Er bildet eine wichtige Grundlage für die körperliche, emotionale und soziale Entwicklung eines Kindes.

Was ist das taktile System?

Das taktile System umfasst alle Sinneszellen der Haut.

Mit einer Fläche von etwa zwei Quadratmetern ist die Haut das größte Sinnesorgan unseres Körpers.

Über Millionen von Rezeptoren nimmt sie ständig Informationen auf, zum Beispiel:

  • Berührung
  • Druck
  • Vibration
  • Temperatur
  • Schmerz
  • unterschiedliche Oberflächenstrukturen

Diese Informationen werden über die Nerven an das Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet.

Innerhalb weniger Sekunden entscheidet das Gehirn:

  • Ist dieser Reiz angenehm?
  • Ist er ungefährlich?
  • Muss ich darauf reagieren?
  • Kann ich ihn ignorieren?

Dieser Vorgang geschieht vollkommen automatisch.

Warum ist der Tastsinn so wichtig?

Der Tastsinn begleitet Kinder in nahezu jeder Alltagssituation. Er hilft dabei,

  • den eigenen Körper wahrzunehmen,
  • Gegenstände sicher zu greifen,
  • Kleidung zu spüren,
  • Berührungen einzuordnen,
  • Schmerzen als Warnsignal wahrzunehmen,
  • Sicherheit und Geborgenheit zu erleben.

Darüber hinaus beeinflusst das taktile System viele weitere Entwicklungsbereiche. Ein gut funktionierender Tastsinn unterstützt unter anderem:

  • die Feinmotorik,
  • die Körperwahrnehmung,
  • die Konzentration,
  • das emotionale Wohlbefinden,
  • soziale Kontakte,
  • das Lernen neuer Bewegungen.

Deshalb spielt dieses Sinnessystem bereits in den ersten Lebensmonaten eine entscheidende Rolle.

Wie entwickelt sich das taktile System?

Die Entwicklung beginnt bereits im Mutterleib.

Nach der Geburt sammelt das Baby täglich neue Erfahrungen. Es spürt:

  • die Hände der Eltern,
  • unterschiedliche Stoffe,
  • Wasser beim Baden,
  • warme und kalte Temperaturen,
  • verschiedene Untergründe,
  • Sand, Gras oder Schnee.

Mit jeder neuen Erfahrung lernt das Gehirn, Berührungen besser einzuordnen.

Dieser Reifungsprozess dauert viele Jahre und entwickelt sich durch vielfältige Alltagserfahrungen kontinuierlich weiter.

Wenn das Gehirn Berührungen anders verarbeitet

Nicht jedes Kind verarbeitet Berührungen gleich.

Manche Kinder reagieren bereits auf leichte Berührungen sehr empfindlich. Andere scheinen Berührungen kaum wahrzunehmen und benötigen deutlich stärkere Reize.

Beides bedeutet nicht automatisch, dass etwas „falsch" ist.

Erst wenn diese Besonderheiten den Alltag deutlich beeinträchtigen, spricht man von einer Auffälligkeit in der taktilen Verarbeitung.

Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, welche Anzeichen auf eine Über- oder Unterempfindlichkeit des Tastsinns hinweisen können.

Haben Sie Fragen zur Entwicklung Ihres Kindes?

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